17.08.2026 |
Zahlreiche Festgottesdienste mit Kräuterweihe in der Mittleren Ortenau
Mittlere Ortenau. Hunderte von Menschen feierten vom 14. bis 16. August in der Mittleren Ortenau Mariä Himmelfahrt - umrahmt von herrlichen Kräuter- und Blumensträußen.
Es war ein Fest des Lichts, der Freude und Begegnung, das vom 14. bis 16. August in über 20 Gemeinden der Mittleren Ortenau begangen wurde: Mariä Himmelfahrt. Zahlreiche Musiker, Organisten, Musikvereine und Ensembles wirkten bei den Gottesdiensten mit und sorgten für feierliche, aber auch heitere Stimmung. Der Trockenheit zum Trotz hatten die Gläubigen herrliche Blumen- und Kräutersträuße mitgebracht, die geweiht wurden. In Gengenbach wurden im Anschluss an den Festgottesdienst traditionell die schönsten Gebinde prämiert.
Pater Justine Jose zelebrierte einen der ersten Gottesdienste des Wochenendes am Freitagabend an der Schönstattkapelle in Zell-Weierbach mit vielen Gläubigen. Er nannte "Mariä Himmelfahrt" ein "Festival der besten Beziehungen". Die Beziehung zwischen Maria und Gott habe mitten im Alltag begonnen.
Maria, ein Mensch wie Du und ich, sei mit ihrem "Ja" zur Empfängnis ihre Beziehung zu Gott eingegangen. Eine Beziehung, die nicht immer einfach gewesen sei, aber getragen habe. Der Drache, der sich auf vielen Darstellungen um Mariens Füße windet oder auch um den Halbmond, auf dem sie steht, symbolisiere die Bedrohungen. "Doch Gott lässt seine Kinder nicht im Stich", sagte Pater Justine. So, wie Maria mit Leib und Seele in den Himmel aufgestiegen sei, so könnten auch wir darauf hoffen, dass unser Leben nicht ins Leere laufe, sondern dass es ein Ziel habe: die Gemeinschaft mit Gott. "Wenn wir Gott vertrauen, führt er uns durch alles hindurch. Er schenkt und Trost und Hoffnung."
Ein Bläserensemble des Musikvereins Zell-Weierbach unter der Leitung von Udo Sutter hatte für das Hochfest besondere Werke und Lieder zum Lob Mariens ausgewählt, wie "Gegrüßet seist du, Königin", "Maria, dich lieben" und "Segne du, Maria". Feierlich umrahmten sie die Feier und unterstützten die Gläubigen bei ihren Gesängen. Eine besondere Stimmung unter dem blauen Himmelszelt und umrahmt vom wunderschönen Weinpanorama.
Am Fuß der Kapelle hatten die Besucherinnen und Besucher duftende Blumen- und Kräutersträuße aufgereiht, die Pater Justine mit Weihwasser segnete. "Sie erinnern uns an die Schönheit der Schöpfung und an Gottes Segen für Körper und Seele", erinnerte der Geistliche. "So wie Kräuter Heil bringen, weist Maria uns den Weg zu Jesus, der uns Leben in Fülle schenkt."
Das Gemeindeteam Weingarten lud im Anschluss des Gottesdienstes zu einem weltlichen Fest ein, zu dem zahlreiche Tische und Bänke in den Reben aufgestellt waren. Auch in anderen Gemeinden nutzen die Katholikinnen und Katholiken die Gelegenheit, miteinander in Austausch zu kommen und ihre Beziehungen zu pflegen und zu stärken.
Hintergrund des Hochfestes
Der Feiertag "Mariä Himmelfahrt" wird in der römisch-katholischen Kirche seit dem 7. Jahrhundert am 15. August gefeiert. Er erinnert daran, dass Maria nach ihrem Tod mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen wurde - ein besonderes Privileg, das ihre herausragende Rolle als Gottesmutter betont. Denn nach katholischer Lehre lebt zwar die Seele des Menschen nach dem Tod weiter, der Körper wird jedoch erst am Tag des Jüngsten Gerichts auferweckt. Die Kräuter- und Blumenbüschel, die auch als "Wihennen" bezeichnet werden, stehen symbolhaft für die Kräuter, die im leeren Grab Mariens gefunden wurden.