Die Kirche St. Martin wurde am 16.11.1980 durch Weihbischof Wolfgang Kirchgässner geweiht. Sie gehört zu den Kirchen im Erzbistum Freiburg, die eine Grundidee der Liturgiereform des II. Vatikanischen Konzils verwirklicht haben, nämlich „dass Jesus Christus inmitten seiner Gemeinde und mit seiner Gemeinde feiert“. So bildet der Altar den Mittepunkt der Messfeier; er ist nicht der Gemeinde entrückt, sondern von ihr auf gleicher Ebene zweiseitig umgeben.
Auf dem Grundstein der Kirche steht: „Als lebendige Steine lasst euch selbst aufbauen“(1 Petrus 2,5). Diese Aufforderung mit seiner unumgänglichen Verbindung zwischen Sakralem und Weltlichen wird baulich in der gestalterischen Zusammenfassung der einzelnen Bereiche der Kirche, des Gemeindesaals, der Verwaltung, der Gruppenräume und der Wohnungen durch die umlaufenden Fassaden- und Gesimsbänder sichtbar.
Die Kirche besteht im Grundriss aus drei ineinander verflochtenen Quadraten, deren größtes den Raum für die Gemeinde und deren mittleres den Altarbereich darstellt. Die Achse des Kirchenraumes wird von der Diagonale der Quadrate gebildet, in deren Verlauf sich auch die Dachformen in der Höhe steigern und ihren Abschluss in einem turmähnlichen Akzent finden. Der Altarraum hebt sich auf diese Weise vom übrigen Kirchenraum ab, ohne dass er die übliche Erhöhung gegenüber der Ebene des Kirchenbodens hat. Lediglich der Standort des Ambo als Ausgangspunkt der Verkündigung und der Sitz des Leiters der Feier sind um eine Stufe erhöht angeordnet.
Das Leitmotiv der Gründergemeinde: Brücken bauen von Mensch zu Mensch und von Mensch zu Gott wird deutlich sichtbar sowohl in den Glasfenstern, die vom Rottweiler Künstler Siegfried Haas gestaltet sind, als auch im Wandteppich, der von Gemeindemitgliedern geknüpft wurde. Auf ihm sind die sieben Werke der Barmherzigkeit abgebildet mit dem heiligen Martin bei der Mantelteilung in der Mitte. Das Kreuz-Fenster im Turmbereich verbindet die senkrechte Linie zu Gott und die waagrechte Linie zum Mitmenschen in eindrucksvoller Weise.
Über den Glasfensterzyklus der Kirche St. Martin ist in Zusammenarbeit mit dem Stadtteil- und Familienzentrum Stegermatt ein Buch entstanden, in dem jedes Fenstermotiv abgebildet und beschrieben ist.
Der Taufstein, befindet sich in der unmittelbaren Nähe des Grundsteines und ist ein „Brunnen lebendigen Wassers“, d.h. das fließende Wasser symbolisiert das neue, vom heiligen Geist erfüllte Leben.
Adresse
Kirche St. Martin Zähringerstr. 38 77652 Offenburg