"Wenn zwei oder drei in meinem Namen ..."

Offenburger Bibelgesprächskreis betrachtet das Evangelium Mt. 18,15-20

Offenburg. Der Offenburger Bibelgesprächskreis lädt auf Mittwoch, 2. September, um 18 Uhr zum nächsten Bibelgespräch ins Pfarrzentrum Weingarten, Zell-Weierbach, ein. 

Die Bibel miteinander teilen, Gemeinschaft leben und das Evangelium des nachfolgenden Sonntags reflektieren, es mit dem eigenen Leben in Beziehung bringen und Änderungsmöglichkeiten in der Hinwendung zu Jesus und seiner Lebensweisheit erkennen, das steht im Mittelpunkt des monatlichen Treffens der Bibelgesprächsteilnehmer in der Hauskapelle des Pfarrzentrums Weingarten, Franz-Schmidt-Straße 36, Zell-Weierbach. 
 
Im nächsten Bibelgespräch am Mittwoch, 2. September, wird das Evangelium vom 23. Sonntag im Jahreskreis, Matthäus 18,15-20, betrachtet. In diesem Evangelium sind die Schwerpunkte auf die brüderliche/schwesterliche Zurechtweisung und auf den weithin bekannten Vers „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ gelegt.
 
Der Evangelist Matthäus bringt seine Erfahrung und Erkenntnis über Gott, Jesus und den Heiligen Geist zu Papier, um den frühen Christengemeinden ein Grundsatzpapier an die Hand geben zu können, nach dem sie das Gemeindeleben und das individuelle Leben ausrichten sollen. Es soll Hilfe sein und lösungsorientiert im Sinne Jesu (Liebe und Menschlichkeit) sowie gemeinschaftsbildend wirken. Die „Rede über die Gemeinschaft“ ist die kleinste der fünf Großen Reden Jesu im Matthäusevangelium. Matthäus hat Einzelüberlieferungen unterschiedlicher Herkunft zu fünf Großen Reden Jesu gestaltet. Die angesprochene ist das aktuelle Sonntagsevangelium von 6. September. 
 
Wie mit Streit umzugehen ist
 
Anhand einer Art „Fallbeispiel“ will das Evangelium zu Beginn aufzeigen, wie mit Fehlverhalten in der Gemeinde umgegangen werden soll. Streit und Konflikte sind ganz normal unter den Menschen. Das wahre christliche Verhalten besteht darin, im Streitfall gut miteinander umzugehen und mit Strategien eine Lösung herbeiführen. Jesu rät und zeigt den Menschen, wie sie vorgehen sollen:
 
1.    Das Gespräch unter vier Augen bzw. in der kleinen Gruppe 
2.    Wenn es da keine Lösung gibt, ein Gespräch in einer kleineren Gruppe führen
3.    Verhandlung des Falls vor der gesamten Gemeinde
 
Ist keiner der Schritte erfolgreich, bleibt nur der Ausschluss aus der Gemeinde.
 
Wenn Jesus sagt, dass der Sündige zurechtgewiesen werden soll, meint er das auf seine messianische Art, nämlich es soll dies aus Liebe und Sorge um ihn geschehen – so wie der Hirte dem verlorenen Schaf nachgeht bzw. jeder in der Gemeinde dem anderen nachgehen soll. Die Liebe als Leitmotiv soll verhindern, dass das Nachgehen ein Bedrängen wird und das Zurechtweisen nur aus Anschuldigungen besteht.
 
Für Jesus sind drei Dinge wichtig, wenn es darum geht, Gemeinde/Gemeinschaft miteinander zu leben: Liebe, Gemeinschaft und Hoffnung. Und das gilt, um das "Vater unser" zu zitieren, „wie im Himmel, so auf Erden“. Denn nach Jesu Willen sollen wir alle gemeinsam hier auf Erden auf das Himmelreich hin leben.
 
Egoistische Gebete
 
Als Abschluss dieses Sonntagsevangelium gibt uns Jesus folgende Worte des Trostes mit: „Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Aber der vorangehende Hinweis von Jesus ist dabei sehr wichtig: „Was auch immer zwei von euch auf Erden einmütig erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten.“ Der himmlische Vater erhört also nicht unbedingt jede Bitte oder jedes Gebet. Sie/Es muss zum Inhalt haben, für sich und den anderen bzw. die anderen gesamthaft Gutes zu erbitten. Wer beim Beten bzw. Bitten nur sich selbst im Blick hat, nur für seinen eigenen Vorteil bittet, der kann sich das Beten ersparen. Das gilt im Kleinen wie im Großen – global, für ganze Völker, Volksgruppen und Nationen.
 
„Der Gott der Bibel“, so predigte Jörg Sieger im Jahre 2017, „steht für Solidarität, steht dafür, den anderen nie aus dem Blick zu verlieren, in all meinem Tun, all meinem Bitten und all meinem Wünschen immer auch im Blick zu haben, was das für andere Menschen, für andere Völker und für andere Regionen dieser Erde an Auswirkungen hat.
 
Ich darf gewiss sein, dass Gott mich unbedingt liebt und dass er immer an meiner Seite steht. Aber er liebt auch alle anderen Menschen, und er liebt sie in gleicher Weise, ganz egal, wo sie leben, was sie tun und was sie glauben oder auch nicht glauben. Und wo Gott ist, bin nie nur ich, sind immer zwei oder drei, sind alle Menschen wichtig, alle Menschen gleich.
 
Herzliche Einladung zum Bibelgespräch. Bitte bringen Sie eine Bibel oder das Neue Testament mit.
 
Folgetermine
 
Der Bibelgesprächskreis trifft sich einmal pro Monat und ist offen für alle. In den Wintermonaten wird um 16 Uhr begonnen. Die folgenden Termine sind am Mittwoch, 14. Oktober, sowie am Mittwoch, 4. November, mit Gruppengottesdienst und Bibelgespräch in der Hauskapelle des Pfarrzentrums Weingarten.