Gemeinschaft erleben bei Ferienfreizeiten

03.08.2026 | Vom Schwarzwald bis nach Slowenien

Mittlere Ortenau. 16 katholische Ferienfreizeiten halten für Kinder und Jugendliche in der Mittleren Ortenau besondere Erlebnissen bereit.

Schonach, Furtwangen, Neuhausen, der Rannasee in Bayern, ja sogar Frankreich, Italien und Slowenien sind Ziele der insgesamt 16 Ferienfreizeiten, die in der Kirchengemeinde Mittlere Ortenau angeboten werden. Die Vorfreude ist nicht nur bei den Kindern und Jugendlichen groß, sondern auch bei den Verantwortlichen. „Auch wenn die Vorbereitungen viel Zeit und Engagement erfordern, lohnt sich der Einsatz jedes Mal“, sagt Pia Neumeyer.
 
Neumeyer leitet das inklusive Pfingstzeltlager der ehemaligen Seelsorgeeinheit St. Pirmin Gengenbach. Motivation sind die unvergesslichen Erlebnisse, die sie selbst als Kind sammeln durfte. „Die Freude, die Abenteuer und das Gemeinschaftsgefühl möchte ich heute an die Kinder weitergeben“, erzählt sie. Dabei sei ihr und ihrem Team wichtig, dass jedes Kind willkommen sei und seinen Platz in der Gruppe finde, unabhängig davon, ob es mit oder ohne Behinderung sei. „Gerade dieses Miteinander macht unser Zeltlager für mich besonders.“
 
"Glücklich in der Natur"
 
Das Pfingstzeltlager ist das einzige der 16 Ferienfreizeiten, das außerhalb der Sommerferien liegt. Die anderen stehen in diesen Tagen in den Startlöchern. Wie Paul Polta von den Pfadfindern des Stamms Merlin in Willstätt, der Kinder und Jugendliche zum slowenischen Nationalpark Triglav begleitet. Seit er vor rund 20 Jahren zu den Pfadfindern kam, hat er kein einziges Sommerlager verpasst. „Schon früh war ich beeindruckt, mit welcher Einfachheit und zugleich welcher Freude man in der Natur glücklich sein kann“, erzählt er. „Außerdem bekommt man die Gelegenheit, Teil einer unglaublichen Gemeinschaft zu sein, aus der sich Freundschaften fürs Leben entwickeln.“ 
 
Von seinen „zwölf besten Tagen im Jahr“ spricht sogar Philipp Engelberger. Am 5. August peilt er mit der KJG Windschläg ein Zeltlager im Schwarzwald an. Einst war er Küchenkind und „Grüppling“, später Gruppenleiter und heute Lagerleiter. Viel Kreativität sei im Spiel, um die Gruppe mit Spiel und Spaß bei Laune zu halten – auch mal ohne Handy, ohne Ablenkung von außen. Etwas, das Engelberger liegt. „Die schönsten Erlebnisse sind die Abende am Lagerfeuer, die Lagerdisco und das Gefühl, eine Nachtwache gut gemeistert zu haben – trotz der Ängste.“
 
Jeder findet seinen Platz

Die katholischen Ferienfreizeiten sind etwas Besonderes, da sind sich alle Beteiligten einig. „Sie unterscheiden sich fundamental von reinen säkularen Veranstaltungen“, betont Fabian Zink, der die Ministrantenwallfahrt der ehemaligen Seelsorgeeinheit „Schutterwald – Hohberg – Neuried“ nach Florenz leitet. Der christliche Glaube bilde das Fundament. Das bedeutet auch: Jede und jeder ist wertvoll und jede und jeder ist dazu eingeladen, in der Gruppe Verantwortung zu übernehmen. Das schweißt zusammen. Achim Schell, der als Gemeindereferent im Vorderen Kinzigtal bis 2024 zahlreiche Ferienfreizeiten leitete, ließ die Tage mit einem religiösen Impuls beginnen. Am Abend wurde gemeinsam gebetet. 

Paul Polta spricht von einem „Mikrokosmos“, der immer wieder einzigartig sei. „Nirgendwo sonst wird Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit gegeben, so unbeschwert Zeit zu verbringen, ihre sozialen Fähigkeiten auszubauen und Fertigkeiten fürs Leben zu erlernen“, ist er begeistert. Die Ferienfreizeiten schenkten Freiraum, aus eigenen Fehlern zu lernen. Fabian Zink ist überzeugt, dass sie auch zur kirchlichen und gesellschaftlichen Pluralität beisteuern. „Sie verbinden nicht nur Kinder und Jugendliche unterschiedlichster Hintergründe miteinander, sondern schaffen auch ganz aktiv ein Stück gelebter kirchlicher Identität.“ 
 
Große Verantwortung

Auch Dr. Stefan Meisert, Leitender Pfarrer der Kirchengemeinde Mittlere Ortenau, schaut auf viele Ferienfreizeiten in seiner Heimatgemeinde St. Bonifatius in Lichtental zurück – als Teilnehmer wie auch als Leiter. Sie haben ihn nicht nur gelehrt, Unternehmungen zu planen oder korrekt zu kalkulieren und achtsam mit Fördermitteln umzugehen. Er habe vor allem auch die Erfahrung gemacht, „wie wertvoll die Gemeinschaft ist und dass Menschen am meisten bewirken können, wenn sie zusammenarbeiten“.