Gemeinsame Arbeit an der Pfarreistrategie

20.10.2026 | Ehrenamtliche trafen sich zum Workshop

Ohlsbach. Wie soll sich die Kirchengemeinde in den kommenden Jahren entwickeln? Und was ist wichtig, und was soll konkret verändert werden? Mit dieser Fragen haben sich ehren- und hauptamtlich Engagierte befasst. 

Beim ersten Workshop zur Entwicklung einer gemeinsamen Pfarreistrategie am 10. Oktober in Ohlsbach kamen ehren- und hauptamtlich Engagierte  aus unterschiedlichen Bereichen zusammen: Mitglieder des Pfarreirates, des Pfarreivermögensverwaltungsvorstandes und der Gemeindeteams, hauptamtliche pastorale Mitarbeitende sowie ökumenische Kooperationspartner. "Diese Vielfalt war bewusst gewählt, denn die Zukunft der Kirchengemeinde soll nicht von wenigen Menschen allein entwickelt werden", so Cornelia Dilger, leitende Referentin der Mittleren Ortenau. Unterschiedliche Erfahrungen, Perspektiven und Ideen sollen einfließen, damit eine Strategie entsteht, die von vielen mitgetragen werden kann.
 
Was prägt die Kirchengemeinde – und was wird für die Zukunft gebraucht?
 
Zu Beginn des Workshops stand die Frage im Mittelpunkt, welches Bild die Teilnehmenden von der Kirchengemeinde haben und wofür diese künftig stehen soll. Ausgangspunkt waren die Vision aus der Gründungsvereinbarung der Kirchengemeinde und die Überlegungen, die der Pfarreirat bereits bei seiner Klausur zusammengetragen hatte.
 
Gleichzeitig ging es um einen ehrlichen Blick auf die aktuelle Situation. Eine Arbeitsgruppe hatte dafür zahlreiche Informationen zusammengetragen: gesellschaftliche und kirchliche Entwicklungen, Erfahrungen aus den bisherigen Seelsorgeeinheiten sowie bestehende pastorale Konzepte. Diese Bestandsaufnahme zeigte, wo die Kirchengemeinde steht und welche Herausforderungen vor ihr liegen.
 
In Kleingruppen beschäftigten sich die Teilnehmenden mit elf verschiedenen Handlungsfeldern aus Pastoral und Verwaltung. Dabei ging es vor allem um die Fragen: Was bedeuten die Erkenntnisse für die zukünftige Arbeit? Wo müssen Schwerpunkte gesetzt werden, und welche Veränderungen sind besonders wichtig?
 
Der Workshop war damit ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zur neuen Strategie. Viele Gedanken wurden zusammengetragen, unterschiedliche Sichtweisen diskutiert und erste Schlussfolgerungen für die weitere Arbeit entwickelt. Begleitet wurde der Workshop von den beiden Moderatoren Tobias Strigel und Ralph Mackmull.
 
Keine Strategie für die Schublade – sondern erste Schritte, die etwas bewegen
 
„Bei der Entwicklung der Pfarreistrategie geht es ausdrücklich nicht darum, ein bis ins Detail ausgearbeitetes Konzept zu erstellen, das erst in einigen Jahren umgesetzt wird. Vielmehr soll die Strategie Orientierung geben und konkrete erste Schritte aufzeigen, die wir zeitnah und mit klaren Prioritäten angehen wollen“, so Stefan Meisert, leitender Pfarrei der Mittleren Ortenau. „Wir möchten nicht nur darüber nachdenken, wie unsere Kirchengemeinde in Zukunft aussehen könnte. Wir wollen ins Handeln kommen. Dazu gehört, gemeinsam zu entscheiden, welche Veränderungen jetzt wichtig und machbar sind, wo wir unsere Kräfte bündeln und womit wir beginnen wollen.“
 
Ziel ist es, möglichst bald spürbar zu erleben: Wir können etwas bewegen. Wir können Dinge verändern. Und wir können gemeinsam die Zukunft unserer Kirchengemeinde gestalten.
 
Dabei geht es nicht darum, alles gleichzeitig anzupacken. Entscheidend ist, die richtigen Schwerpunkte zu setzen, erste Schritte konsequent umzusetzen und aus den Erfahrungen zu lernen. Die Strategie soll deshalb kein starres Regelwerk sein, sondern eine praktische Orientierung für die nächsten zwei bis drei Jahre.
 
Wie geht es weiter?
 
Die Ergebnisse des ersten Workshops werden nun von der Steuerungsgruppe Pfarreistrategie ausgewertet und für den nächsten Workshop im Dezember aufbereitet. Der Steuerungsgruppe gehören Judith Adam und Christoph Benz aus dem Vorstand des Pfarreirates, die pastoralen Mitarbeitenden Mirjam Feißel und Adrian Schledorn sowie Cornelia Dilger als leitende Referentin und Pfarrer Dr. Stefan Meisert an.
 
Im Februar sind verschiedene Rückmeldungsschleifen vorgesehen. Dabei sollen unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindeteams und der Kompetenzteams ihre Erfahrungen und Einschätzungen einbringen. So wird die Strategie Schritt für Schritt weiterentwickelt und aus unterschiedlichen Blickwinkeln überprüft.
 
Ziel ist es, bis zum Sommer eine Strategie zu erarbeiten, die Orientierung gibt und zugleich die Grundlage für die zeitnahe Umsetzung erster konkreter Maßnahmen bildet.
 
Warum braucht eine Kirchengemeinde eine gemeinsame Strategie?
 
Die Rahmenbedingungen für kirchliche Arbeit verändern sich. Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, hauptamtliche Mitarbeitende und finanzielle Mittel stehen zunehmend weniger zur Verfügung. Gleichzeitig bleiben viele Aufgaben und Erwartungen bestehen. "Deshalb müssen wir uns fragen, was uns als Kirchengemeinde besonders wichtig ist, wie wir unsere Kräfte sinnvoll einsetzen und welche Schwerpunkte wir künftig setzen wollen", so Cornelia Dilger. "Eine gemeinsame Strategie soll helfen, Entscheidungen nachvollziehbar zu treffen, Kräfte zu bündeln und neue Handlungsmöglichkeiten zu eröffnen."
 
Dieser Weg ist ein gemeinsamer Prozess. Die bisherigen Workshops sind wichtige Schritte, aber noch keine fertigen Entscheidungen. Es geht darum, die Situation ehrlich anzuschauen, unterschiedliche Perspektiven einzubeziehen und herauszufinden, wie Kirche in der Kirchengemeinde Mittlere Ortenau in Zukunft Kirche gelebt werden soll.
 
Dabei soll es nicht beim Nachdenken und Planen bleiben. Pfarreiratsvorsitzender Christoph Benz sagt: „Wir wollen die ersten Schritte bewusst priorisieren und zeitnah umsetzen, damit aus gemeinsamen Überlegungen konkrete Erfahrungen werden und unsere Kirchengemeinde spürbar vorankommt.“
 
Über die weiteren Schritte und Ergebnisse werden die Verantwortlichen für den Prozess regelmäßig informieren.