Heiligtümer spendeten Kraft

Reliquien von Lourdes berührten viele Menschen

Offenburg. An zwei Tagen feierte die Kirchengemeinde Mittlere Ortenau mit vielen Menschen den Besuch der Reliquien der Heiligen Bernadette von Lourdes. Sie luden dazu ein, sich berühren zu lassen.

Schrein mit den Knochen der Hl. Bernadette.
Innenkehr, Kraft und Heilung – das Berühren der Reliquien von Lourdes war für viele Menschen ein tiefes Erlebnis. Im Rahmen der vierten Wallfahrt durch Deutschland brachte der deutsche Pilgerseelsorger in Lourdes, Pfr. Klaus Holzamer, am Mittwoch und Donnerstag, 21. und 22. Oktober, die Heiligtümer in die Kirchengemeinde Mittlere Ortenau nach Offenburg. Dabei handelte es sich um einen goldenen Reliquienschrein mit Knochen der heiligen Bernadette von Lourdes sowie um ein Felsstück und Wasser aus der Grotte Massabielle, in der die Muttergottes dem Mädchen erschien.
 
 
Beim Morgenlob sprach auch Cornelia Dilger, leitende Referentin der Kirchengemeinde Mittlere Ortenau. Im Vordergrund der Felsbrocken aus der Grotte Massabielle in Lourdes.
Die Reliquien sollen insbesondere Menschen die Erfahrung und Botschaft von Lourdes nahebringen, die aufgrund ihres Alters oder ihrer gesundheitlichen Situation selbst nicht mehr nach Lourdes reisen können. Und so wurden die Heiligtümer am Mittwoch zuallererst in das Vinzentiushaus gebracht, wo Kaplan Matthias Friemel mit weiteren Seelsorgern eine Eucharistiefeier zelebrierte und die Krankensalbung vornahm. Anschließend reisten die Reliquien ins Marienhaus, wo Pfarrer Erwin Schmidt die Heilige Messe leitete. Auch ihn begleiteten weitere Pfarrer und Seelsorger, um vielen Menschen die Krankensalbung spenden zu können.
 
Dass von Lourdes eine besondere Kraft ausgeht, hat Dr. Stefan Meisert, leitender Pfarrer der Kirchengemeinde Mittlere Ortenau, bei einer Reise im Jahr 2003 selbst erfahren. Als Diakon durfte er damals in der kleinen Stadt am Fuße der Pyrenäen die Kommunion spenden. „Dabei habe ich das Leuchten in den Augen der Menschen gesehen“, erzählt er. Sie seien berührt gewesen von der Erfahrung, dass der Herrgott zu ihnen kommt. „Jede und jeder ist Gott wichtig“, betont der Geistliche, „die Bedürftigen ganz besonders.“ 
 
Die Wallfahrer re
Bei der Eucharistiefeier am Mittwochabend stand die Botschaft der Heiligen Bernadette von Lourdes im Mittelpunkt.
isten nicht nach Lourdes, weil sie wundergläubig seien, sondern um zu erleben, wie das Wunder tief in ihrem Herzen geschieht. „Lourdes trägt, wo wir gefallen sind“, sagt Pfarrer Meisert. Der Ort lade dazu ein, sich Frieden schenken zu lassen vom Herrn, hinein in die Verwundungen des Lebens.
 
Am Mittwochabend fanden die Heiligtümer vor dem Altar der Pfarrkirche Heilig Kreuz Platz – mit einem Schwarzweiß-Porträt von Bernadette Soubirous. Im Rahmen einer Eucharistiefeier erzählte Pfarrer Dr. Stefan Meisert v
on der jungen Frau, die 14 Jahre alt war, als ihr Maria, die Unbefleckte Empfängnis, 1858 ein erstes Mal an der Grotte erschien. „Bernadette hat ihr Herz berühren lassen“, so Meisert. Als sie nach ihrem Namen gefragt wurde, winkte sie ab. Ihr Name sei nicht wichtig. „Es kommt nicht auf uns an, sondern auf den Herrn“, so der Pfarrer. „Was er auch sagt, das tut.“ Dies sei eine Kernbotschaft von Lourdes.
Pfarrer Dr. Stefan Meisert führte die Lichterprozession in der Tradition von Lourdes an.

Bernadette trat schließlich dem Krankenpflege-Orden der "Dames de Nevers" bei und sorgte sich solange es ihre eigene Gesundheit zuließ um Kranke und Schwache. Nach Lourdes kehrte sie bis zu ihrem Tod 1879 nicht mehr zurück. Ihre Mission dort war vollendet. 
 
Doch mit den Erscheinungen und deren Anerkennung entstand schnell das Wallfahrtswesen, zumal Maria an Bernadette die Botschaft vermittelt hatte, dass man zur Grotte in Prozessionen kommen solle. Dieser Tradition folgten auch die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher und begaben sich nach dem Gottesdienst auf eine Lichterprozession rund um die Kirche Heilig Kreuz. Anschließend luden Pfarrer Eberhard Murzko und Pastoralreferentin Sabine Müller bei einer Vigilfeier dazu ein, in die Stille zu gehen. Vor dem Seiteneingang stand zur Stärkung ein Spender mit Lourdeswasser bereit. „Es erinnert uns an die Botschaft, dass Jesus Christus die Quelle des Lebens ist“, sagte Pfarrer Dr. Stefan Meisert.
Beim Morgenlob am folgenden Tag wurden die Heiligtümer wieder verabschiedet. Offenburg war die erste Station auf ihrer Reise.