Erntedank im Zeichen von Franziskus von Assisi

Gemeinden feierten zwei besondere Ereignisse

Mittlere Ortenau. Mit kunstvollen Bodenbildern feierten die Gemeinden in unserer Pfarrei Erntedank. Am 4. Oktober jährte sich zusätzlich der 800. Todestag des Heiligen Franziskus.

 
Zahlreiche Altäre in der Mittleren Ortenau waren an den vergangenen zwei Wochenenden mit Obst, Gemüse, Getreide und Blumen herrlich geschmückt - als sichtbares Zeichen der Fülle, die uns geschenkt ist. Sie ist alles andere als selbstverständlich. Gerade in diesem Dürrejahr mussten Landwirte, Winzer und Gartenbesitzer viel Arbeit und Mühe investieren, um den trockenen Böden Früchte abzutrotzen. Und manch einer wird auch Sorgenfalten getragen haben oder noch immer tragen. 
 
"Wer eine Ernte, einen Betrieb, eine Familie oder einen kranken Menschen im Blick hat, weiß, dass Sorgen real sind", sagte Pfarrer Karlheinz Kläger in seiner Predigt im Rahmen der Erntedankfeier in Durbach. Doch Paulus lade ein, diese Sorgen nicht alleine zu tragen. "Wir dürfen sie Gott sagen – und zugleich wahrnehmen, was schon gut ist: eine helfende Hand, ein ehrliches Wort, Brot auf dem Tisch, jemand, der bleibt." 
 
Mit dem Gleichnis vom Gutsbesitzer aus Matthäus 21,33 - 44, der seinen Weinberg an habgierige Winzer verpachtete und dadurch seinen Sohn verlor, lud Pfarrer Kläger zur Selbstreflexion ein. Er warf die Fragen in den Raum: "Können Menschen von ihrer Arbeit leben?", "Wer wird bei Entscheidungen übergangen?" und "Wie gehen wir mit dem Boden um, von dem auch die Nächsten und die Generationen nach uns leben sollen?"
"Solche Fragen gehören zum Dank dazu, denn Dankbarkeit schaut genauer hin", sagte Pfarrer Karlheinz Kläger. 
 
Mit den Gabenteppichen gebe die Gemeinde Gott etwas zurück von dem, was sie empfangen habe. "Und Christus gibt uns mehr, als wir selber hervorbringen können: sich selbst." Erntedank könne bedeuten:

🥦 mit offenen Händen vor Gott stehen,
🍇 dankbar für die Frucht,
🥕 ehrlich über das, was misslungen ist,
🍐 bereit, in der kommenden Woche ein Stück seines Weinbergs gut zu pflegen – dort, wo er uns hingestellt hat.
 
Spuren Gottes in der Welt
 
Am Sonntag, 4. Oktober, korrelierten die Erntedankfeiern mit einem besonderen Jubiläum: der Todestag von Franziskus von Assisi jährte sich zum 800. Mal. 
 
"Auch er konnte die Welt anschauen und darin die Spuren Gottes entdecken", erläuterte Pfarrer Kläger und ermunterte die Kirchenmitglieder, es ihm gleichzutun. Es gelte, dankbar auf das zu schauen, was gewachsen ist – draußen auf den Feldern und in den Gärten, aber auch im eigenen Leben.