Brigitte Stertz sagt Ade

18.09.2026 | Gemeindereferentin geht zum 1. November in den Ruhestand

Vorderes Kinzigtal. Nach 37 Jahren im pastoralen Dienst verabschiedet sich Brigitte Stertz in den Ruhestand. Die Gemeindereferentin geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

 
Den meisten Menschen in der Kirchengemeinde Mittlere Ortenau ist die gebürtige Kaiserstühlerin durch ihr Engagement in der Seelsorgeeinheit Vorderes Kinzigtal St. Pirmin bekannt. Dort war sie seit 2011 vorrangig für das Themenfeld „Caritas“ zuständig. Ein großer Aufgabenschwerpunkt war dabei die Seelsorge in den Pflegenden Einrichtungen, wie in der Seniorenresidenz Gengenbach, im Pflegeheim „Am Nollen“, im Charlotte-Vorbeck-Haus, in der Seniorenwohnanlage Feldgarten in Ohlsbach sowie in der Wohngemeinschaft „Im Storchennest“ und im Seniorenzentrum Sternenmatt in Ortenberg. 

Brigitte Stertz feierte regelmäßig Gottesdienste in diesen Häusern, gestaltete Abschiedsfeiern von Verstorbenen, begleitete Bewohner und ihre Angehörigen bei Fragen, Sorgen und Nöten.  „Ich fühle mich durch die Begegnungen mit den älteren Menschen reich beschenkt“, erzählt die Seelsorgerin. Immer wieder sei sie in Lebensgeschichten und Lebensverläufe hineingenommen worden, immer wieder sei sie bewegt und berührt gewesen. „Vor allem auch von der Art, wie die Menschen mit schwierigsten Lebenssituationen umgegangen sind - ein kostbares Lernfeld für mich ganz persönlich“, sagt sie.
 
Klinikseelsorgerin in Gengenbach 

Bis zur Schließung des Krankenhauses in Gengenbach hat sie in der Nachfolge von Sr. Marzella die Klinikseelsorge wahrgenommen, ist seit 2016 fest in den Beerdigungsdienst der Seelsorgeeinheit eingebunden, zeigte sich für den Besuchsdienst verantwortlich und die Begleitung der Seniorenkreise in Gengenbach, Berghaupten, Ohlsbach und Ortenberg. 

Für das Gemeindeteam Ortenberg und kurzfristig auch Ohlsbach war sie als pastorale Ansprechperson eine engagierte Begleiterin und Mitarbeiterin.
„Ich hatte unglaublich großes Glück, dass ich immer in tollen Teams arbeiten konnte“, erzählt sie. Ein wesentlicher Punkt, weshalb ihr ihre Arbeit all die Jahre große Freude gemacht hat. Ein weinendes Auge bereitet ihr der Abschied von diesen Teams und auch von den liebgewonnenen Menschen, an deren Seite sie gegangen ist. „Sie waren immer für uns da“, gab ihr eine Frau im Pflegeheim dankbar mit auf den weiteren Lebensweg. 
 
Viele Jahre Referentin für Frauenpastoral

Nicht immer arbeitete Brigitte Stertz im pastoralen Dienst der Gemeinde. Sehr viel länger, von 1993 bis 2021, war sie Referentin für Frauenpastoral an der Regionalstelle bzw. Diözesanstelle Ortenau in Offenburg. Die Rolle der Frau in der Katholischen Kirche ist ein Thema, das sie bis heute beschäftigt. Aber sie kann auch loslassen, Abschied nehmen. Am 16. Oktober plant sie, ihren Arbeitstisch aufzuräumen. Danach ist erst einmal nichts geplant. „Ich werde es genießen, mal ohne Pläne zu sein“, lacht sie. Das bedeutet für sie: „Einfach da sein, die Freiräume und den Tag genießen, Zeit mit der Familie verbringen.“ 
Und sicher wird sie immer wieder auf ihre berufliche Tätigkeit zurückschauen. „Die Seelsorge, die pastorale Arbeit und meine Aufgabe als Referentin in der Frauenpastoral haben es mir ermöglicht, mich immer wieder neu mit meinem Glauben und meiner Kirche auseinanderzusetzen“, erzählt sie. Dabei schwingt tiefe Dankbarkeit mit.

Im Rahmen des Dienstgesprächs am 16. September wurde die Ortenbergerin herzlich vom Kernteam und dem gesamten Seelsorgeteam verabschiedet. Nun wird es noch letzte Begegnungen mit den Menschen vor Ort geben.