26.07.2026 |
Viel Spaß und Spannung beim Familiengottesdienst im Zelt
Offenburg. Startschuss für das Familienfest auf dem Platz der Verfassungsfreunde war ein fröhlicher ökumenischer Gottesdienst für Jung und Alt.
Diakonin Stephanie Wehrstein (links oben), Pastoralreferentin Katja Grohmann (rechts oben) und die Band "Iklus" mussten die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher nicht lange auffordern, mitzumachen. Alle hatten Spaß bei den Mitmachliedern.
„Einfach spitze, dass du da bist!“ Die Botschaft des Intros galt nicht nur den vielen Familien und Kindern, die sich am Sonntagvormittag im Zelt auf dem Platz der Verfassungsfreunde zusammenfanden, sondern auch den „Iklus“, der Inklusionsband der Musikschule Offenburg, die mit energiegeladenen Songs den ökumenischen Gottesdienst mitgestalteten. Ohne Zugabe ließen die begeisterten Gottesdienstbesucherinnen und -besucher die sympathischen Musizierenden und Sängerinnen am Ende nicht von der Bühne.
Thema des Gottesdienstes war die Kraft, die durch den Zusammenhalt der Menschen untereinander entfaltet wird. Katja Grohmann, Pastoralreferentin der Kirchengemeinde Mittlere Ortenau, und Stephanie Wehrstein, Diakonin der Evangelischen Kirchengemeinde Offenburg, ließen die Kraft direkt vor Ort spürbar werden. Da war zum Beispiel eine Schatzkiste, die von den Kindern gemeinsam auf die Bühne getragen wurde und die sie anschließend öffnen durften. Darin fanden sie nicht nur Pflaster und Verbände, um kleinere Verletzungen zu heilen, sondern auch Holzteile.
Zusammenhalt ermöglicht Wunder
Die Kinder bargen den Schatz und fanden Verbandszeug und Holzstücke.
Holz? „Für was mag das gut sein?“, fragte Katja Grohmann die Kinder. Diese wussten das Rätsel schnell zu lösen, als die Pastoralreferentin von einem gelähmten Mann erzählte. Einige Kinder kannten die Heilsgeschichte aus dem Markusevangelium und wussten, dass die Freunde des Mannes, angetrieben durch die Tiefe ihres Glaubens, scheinbar Unmögliches schafften: Sie transportierten ihren kranken Freund auf einer hölzernen Trage durch Menschenmassen auf ein Dach, entfernten die Ziegel und ließen ihn von oben zu Jesus hinab. Dieser heilte ihn, so dass er wieder gehen konnte.
„Gerade in Familien läuft nicht alles nach Plan“, sagte Stephanie Wehrstein. „Das meiste bekommen wir aber gut hin, weil wir zusammenhalten.“ Einmal frage man um Hilfe, das andere Mal werde man gefragt. So helfe man sich wechselseitig. „Der Zusammenhalt ist Fundament unserer Gesellschaft“, betonte die Diakonin und ging auf die Geschichte des Platzes der Verfassungsfreunde ein. Im Jahr 1847 trafen sich rund 900 Menschen in Offenburg, um die 13 Forderungen des Volkes in Baden in die Welt zu tragen – und damit den Grundstein unserer freiheitlichen Demokratie. „Die Demokratie ist kein Automatismus“, mahnte Wehrstein, „sie ist eine Leistung, die wir pflegen müssen.“
Kraft aus dem Glauben
Die Band "Iklus" gestaltete den Gottesdienst mit mitreißenden Songs.
Die Gesellschaft sei aufgefordert, Halt zu schenken, wenn einzelnen Personengruppen ihre Würde oder Menschenrechte aberkannt würden. „Doch manchmal ist man in schwierigen Situationen auch allein“, erinnerte sie. Dann könne man sich auf Gott verlassen, der sagt: „Ich habe dich lieb.“ Und: „Was du nicht alleine schaffst, das schaffen wir zusammen.“ Wer sich an Gott hält, erhalte auch Kraft, sich auch für andere einzusetzen.
Diese Botschaft untermalte die Band „Iklus“ mit dem Beatles-Song „With a Little Help from My Friends“. Und es gab auch noch viele andere Lieder, die Laune machten und alle Generationen zum Mitsingen und Mitbewegen animierten, wie „Vom Anfang bis zum Ende“. Auch Vertreter der Stadt Offenburg machten mit und zeigten so Zusammenhalt der politischen Gemeinde mit den Kirchengemeinden. Kulturamtschefin Carmen Lötsch und Wolfgang Reinbold sprachen Fürbitten, während Sozialbürgermeister Hans-Peter Kopp die „gelebte Ökumene“ lobte. Der ökumenische Gottesdienst rund um das Familienfest sei bereits Tradition.