20.03.2026 |
Gespräche und Eucharistiefeier in der Heilig-Kreuz-Kirche Offenburg
Offenburg. Erzbischof Stephan Burger sprach den Akteuren der neuen Kirchengemeinde Mittlere Ortenau Mut zu, den begonnenen Weg beherzt weiterzugehen. Er feierte mit der Gemeinde Eucharistie und traf sich mit Haupt- und Ehrenamtlichen.
Pastoralteam mit Erzbischof Stephan Burger und Generalvikar Christoph Neubrand.
Gemeinsam mit dem Erzbischof reiste auch Generalvikar Christoph Neubrand am Donnerstag, 19. März, nach Offenburg. Die Pfarrei Hl. Kreuz / Kirchengemeinde Mittlere Ortenau war ihre erste Station auf der Reise in die 36 neuen Pfarreien der Erzdiözese Freiburg. Ihr Ziel: „Wir möchten den Blick auf das richten, was war und was sich daraus entwickelt hat.“ Als er 2014 sein Amt antrat, reiste Erzbischof Stephan Burger in alle Dekanate, um die Lage zu erörtern. Der Rückgang der Gläubigen und mit ihm auch der Verlust an Priestern, hauptamtlichen Mitarbeitern sowie an ehrenamtlichem Engagement habe sich dabei stark abgezeichnet. „Wir wussten, dass wir die Kräfte bündeln müssen“, so der Erzbischof. Die Antwort darauf ist der Prozess „Kirchenentwicklung 2030“.
"Mitten im Prozess"
Der größte Meilenstein in dem Prozess war die Zusammenlegung von einst 1050 zu 36 Pfarreien der Erzdiözese am 1. Januar 2026. Dabei verschmolzen fünf Seelsorgeeinheiten und zusätzlich zwei Pfarreien zur Pfarrei Hl. Kreuz / Kirchengemeinde Mittlere Ortenau. „Wir sind mitten in einem Prozess, der viele Herausforderungen mit sich bringt“, erläuterte der Leitende Pfarrer und Dekan Dr. Stefan Meisert. Neben all den strukturellen Veränderungen müssten die Akteure neue Beheimatung finden, neue Rollen definieren und neue Netzwerke knüpfen. Nicht zur Selbstbeschäftigung, sondern im Auftrag der Menschen vor Ort und auch im Auftrag der Gesellschaft.
Das Kernteam, das Pastoralteam, der Pfarreirat, der Vermögensverwaltungsvorstand und der Vermögensverwaltungsrat – sie alle trafen am Donnerstag die Bistumsleitung, um gemeinsam Probleme, Lösungswege und Chancen zu erörtern. Der Weg, den die rund 61.000 Gläubige gemeinsam mit den Hauptamtlichen angetreten sind, war auch Thema der Eucharistiefeier in der Heilig-Kreuz-Kirche am Abend, der viele Mitfeiernde beiwohnten.
Vertrauen in das Miteinander
Der 19. März ist das Hochfest des Heiligen Josef, Marias Mann, der für Verantwortung, Verlässlichkeit und stillen Dienst steht – Haltungen, die auch für das kirchliche Leben und die gemeinsame Gestaltung der Kirchengemeinde prägend sind. „Daneben braucht es das Vertrauen in Gott und in das Miteinander“, betonte Erzbischof Burger. Der Leiter der Erzdiözese Freiburg sprach den Haupt- wie auch Ehrenamtlichen Mut zu, neue Schritte in die Zukunft zu wagen. „Wir sind und bleiben eine lernende Organisation“, sagte er. Es brauche neue Formate und die Bereitschaft, sich auf neue Arbeitsweisen einzulassen.
Bei all den organisatorischen Herausforderungen dürfe die Kernaufgabe nicht aus den Augen verloren werden: die Botschaft Jesu zu den Menschen zu tragen. Erzbischof Burger: „Strukturen sind hilfreich. Sie sind wie Grundgerüste, die stabilisieren und tragen helfen. Sie ersetzen jedoch nicht das Leben, das sich in ihnen und durch sie entfalten will.“ Er rief die Haupt- wie auch Ehrenamtlichen dazu auf, dem Vorbild Josefs zu folgen und sich in den Dienst Jesu zu stellen – für das Wohl aller Menschen. „Ihm sowie dem, was uns aufgetragen ist, dient der ganze Prozess“, betonte Erzbischof Stephan Burger. Statt den Herausforderungen mit Angst zu begegnen, sollten sich die Haupt- und Ehrenamtlichen in der Kirchengemeinde Mittlere Ortenau der Neugestaltung der Welt verpflichtet fühlen. Für all das, was sie auf dem Weg dorthin bereits geleistet haben, sprachen Erzbischof Burger und Generalvikar Christoph Neubrand Dank und Anerkennung aus.