Christoph Blamberg und die Liebe zur Musik

Neuer Bezirkskantor wurde in der Kirchengemeinde willkommen geheißen

Offenburg. Christoph Blamberg ist neuer Bezirkskantor in Offenburg und verantwortlich für die kirchenmusikalische Ausbildung in der Ortenau. Sein Debüt gab der Nachfolger von Matthias Degott am Sonntag in der Heilig-Kreuz-Kirche.

Das Bezirkskantorat ist im Zuge der Kirchenentwicklung von Gengenbach nach Offenburg umgezogen. Der neue Bezirkskantor hat zum 1. März seine Stelle angetreten und begleitete am selbigen Tag zum ersten Mal den Gottesdienst in der Heilig-Kreuz-Kirche mit dezenten Klängen und Improvisationen zur Fastenzeit sowie zwei Werken von Johann Sebastian Bach an der Orgel mit ihrem historisch erhaltenen Holzgehäuse. „Ich freue mich sehr, hier zu sein an meiner ersten Stelle als Kirchenmusiker“, begrüßte der 25-Jährige die Gemeinde. Zu seinen Aufgaben gehören das Orgelspiel in den Gottesdiensten, Kirchenkonzerte, die Leitung von Chorgruppen und vielfältige Aus- und Fortbildungsangebote. 
 
Der Klang des Glaubens
 
Musik ist wesentlicher Bestandteil des Gottesdienstes und bringt den Glauben zum Klingen. „Musik ist mehr als ein Lied“, erklärte Pfarrer Karlheinz Kläger zur Begrüßung. Sie könne in Höhen führen, aber auch im Alltag begleiten. Die Musik hat Christoph Blamberg bereits seit der Kindheit begleitet. In einer musikalisch engagierten Familie aufgewachsen hat er mit sechs Jahren seinen Werdegang am Klavier begonnen. Nach der ersten musikalischen Ausbildung in seiner Heimat nahe Magdeburg war er Preisträger beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“, seit 2018 studierte er Kirchenmusik in Halle (Saale) und Lübeck. Nun freue er sich nach dem Studium auf die kirchenmusikalische Praxis, die Gestaltung lebendiger Gottesdienste, die Chorarbeit und die Unterstützung und Fortbildung der vielen Ehrenamtlichen in der Kirchenmusik der Region, wie er im Vorab-Interview verriet. Seine persönliche Leidenschaft gelte der Chorarbeit mit Menschen allen Alters. Nach Ostern will er den Dreifaltigkeitschor übernehmen.
 
Ein zentrales Thema für die Chorgruppen sei der Nachwuchs und wie man heute junge Menschen begeistern könne im Chor zu singen. Sein persönliches Herzensprojekt sei die Gründung eines Kinder- und Jugendchores. Besonders freue er sich auch auf junge Menschen, die sich in Orgelunterricht und der C-Ausbildung ausbilden lassen.
 
Große Potenziale
 
Die Vielfalt der Kirchenmusik - ob klassisch oder in modernen Formen - sei für ihn Teil der Verkündigung und könne ausdrücken und transportieren, was mit Worten und Verstand nur schwer möglich ist: „Musik wirkt unmittelbar und trifft direkt in Herz." Kirchenmusik habe große Potenziale in Zeiten abnehmender Kirchenmitglieder und einer sich verändernden Kirche, so der neue Bezirkskantor weiter. Sie sei die große Säule des Laien-Engagements.
 
Viele Menschen engagierten sich als Organisten oder Organistinnen, im Chor oder in Instrumentalgruppen. Musizieren bringe zusammen und werden zugleich zur Freude der  Zuhörenden. In Konzerten und anderen musikalischen Formaten würden Menschen angesprochen, die sich sonst vielleicht nicht von Kirche erreichen ließen. Hier könne die Kirche als Kulturträgerin in Stadt und Region auftreten. Viele verbänden mit Kirchenmusik auch zentrale Feste des Kirchenjahres. „Für mich persönlich sind es zum Beispiel das feierliche Gloria und Halleluja der Osternacht oder berührende Lieder im Weihnachtsgottesdienst, aber auch die kleinen, ruhigen Momente getragen von Musik.“ Er lud ihm Rahmen seiner Einführung die Menschen ein, sich auch selbst einzubringen, ob aktiv zuhörend und mitsingend im Gottesdienst, im Chor oder als Konzertbesucher.
 
Von Barbara Puppe