Ein grandioses Fest - der "Tag der Mittleren Ortenau"

Hunderte kamen zum Aktionstag am 9. Mai in die Innenstadt

Offenburg. Bei strahlendem Sonnenschein feierte die Kirchengemeine Mittlere Ortenau gemeinsam mit vielen Gästen am 9. Mai mitten in der Innenstadt den "Tag der Mittleren Ortenau".

Mit der Erde aus allen 31 Gemeinden der neuen Pfarrei pflanzten (v. l.) Pfarreiratsvorsitzender Christoph Benz und Pfarrer Stefan Meisert beim "Tag der Mittleren Ortenau" eine Olive auf dem Geländer der Klosterschulen. 
 
Der Aktionstag unter dem Motto „Entdecken · Begegnen · Feiern" stand unter einem guten Stern, oder besser gesagt unter einem wolkenlosen Himmel. Die Kirchengemeinde mit ihren rund 55 000 Mitgliedern soll trotz ihrer Größe ein Ort des Miteinanders sein, an dem sich jeder angenommen fühlt, das ist das Anliegen des verantwortlichen Teams. Dazu war das Fest ein überaus gelungener Auftakt.
 
 Im schön gestalteten Klostergarten mit der alten Mauer, den Skulpturen und schattigen Winkeln entfaltete sich ein fast südländisches Flair. Überall waren gemütliche Sitzecken eingerichtet, vor der Klosterkirche konnte man sich in einem alten Biedermeier-Sofa niederlassen und beim Cappuccino plaudern. Entspannte fröhliche Menschen genossen den Trubel und das Miteinander. Rund um die Klosterschulen und auf der bunten „Kirchenmeile“ entlang der Lange Straße präsentierten sich kirchliche Initiativen und katholische Sozialverbände.
 
Vielseitiges Programm
 
Auf dem Programm standen unter vielem anderen Kloster- und Kirchenführungen, Instrumental- und Vokalmusik sowie ein Meditationsangebot. Bezirkskantor Christoph Blamberg bot Orgelführungen an und erklärte das Instrument, das auf Andreas Silbermann zurückgeht. Im Klosterhof gab es ein Kindermusical sowie ein Mitmachprogramm mit Hüpfburg, Barfußparcours, Kinderschminken und geselligem Tanzen. Eine Musikgruppe afrikanischer Frauen aus Kehl unterhielt mit rhythmischen Melodien, der Blumenteppich mit dem Logo der neuen Kirchengemeinde war ein farbiger Hingucker. 
 
Für das leibliche Wohl sorgten die Malteser, Schülerinnen boten in der Mensa der Schule ein hausgemachtes Kuchenbuffet an - von frischem Eis bis zu Kaffee und kühlen Getränken war für jeden Geschmack etwas geboten.
 
Weitreichendes Engagement

Die Informationsstände in der Lange Straße stellten das weitreichende gesellschaftliche Engagement der Kirche dar. Von den Kindertageseinrichtungen über die private Initiative „Arche“, die in Kehl ein inklusives Wohnprojekt aufbauen will, bis zum Peru-Partnerschaftskreis reichte das Spektrum. Robert Welle, koordinierender Notfallseelsorger für den Bereich Ortenau, berichtete von ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die eine lange spezielle Ausbildung durchlaufen, um für ihre schweren Einsätzen gerüstet zu sein.
 
Der Sozialdienst Katholischer Frauen stellte seine Dienste vor, das katholische Jugendbüro informierte über Auftrag und Visionen der Jugendarbeit und besondere Highlights, wie etwa die 72-Stunden-Sozialaktion 2027. Die Wohnungslosenhilfe präsentierte ihre Angebote und bemängelte unter anderem leerstehenden Wohnraum in Offenburg angesichts der angespannten Wohnraumsituation.
 
Auch Andreas Hillebrand, Fachbereichsleiter für die Beratenden Dienste beim Caritasverband Vordere Ortenau, wies auf bedenkliche soziale Entwicklungen hin. Die Caritas-Schuldnerberatung werde zunehmend in Anspruch genommen. Schon sehr junge Menschen verkalkulierten sich und suchten dann Unterstützung, weil sie bei zunehmenden Mahngebühren finanziell nicht mehr zurechtkämen. Die Aktion „Faires Paket“ wurde bei der Arbeitnehmerseelsorge Ortenau vorgestellt. Sie setzt sich für Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Paket-und Kurierdienstbranche ein.
 
"Kirche hat Zukunft"

„Heute haben wir erfahren, was uns zusammenhält - nämlich Gemeinschaft“, zog der leitende Pfarrer Stefan Meistert beim Abschlussgottesdienst ein sehr zufriedenes Resümee des Tages. Er sei überzeugt, dass Kirche Zukunft habe, solange sie sich rückbinde auf Christus und in Taten und Worten Zeugnis gebe „vom Grund ihrer Hoffnung“. Als schöne Aktion der Gemeinschaft pflanzte die Kirchengemeinde einen Olivenbaum auf dem Gelände in der mitgebrachten Erde der einzelnen Gemeinden.
 
Text: Barbara Puppe
 
Das Programm im Detail: